Samstag, 19. Juli 2014

Mikosch, wie er lebt und tickt... Teil 1

Hallo ihr Lieben,

die wenigsten von euch kennen Mikosch ausgiebig, persönlich mit all seinen Facetten, so wie er lebt und tickt...
Und weil es vielen von euch dadurch so schwer fällt, zu verstehen, was bei uns wirklich los ist, muss ich mich wohl endlich mal zu diesem Post aufraffen, auch wenn ich es eigentlich nicht möchte!
Im Gegenzug habe ich aber auch keine Lust mehr, Mikosch und mich ständig rechtfertigen zu müssen. So habe ich für all die, die wirklich interessiert sind, alles zusammen gefasst und hoffe so, das ihr den kleinen tollen Keks endlich besser verstehen könnt :)

Im Februar 2012 durfte ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten und wir waren sprachlos vor Glück! Zugleich machte sich eine Angst in uns breit, wie es wohl werden würde.
Mein Mann, zu dem Zeitpunkt mein Freund und das auch noch nicht sooooo lange, und ich waren sehr freiheitsliebend und brauchten unsere Unabhängigkeit um glücklich zu sein. Nichts desto trotz waren wir überglücklich!
Ich hatte bestimmte Vorstellungen von einem Leben mit Kind und freute mich darauf!
Ich sah mich als Stillende, Tragende Hippie- Mami, die immer und überall ihr Kind dabei hat und ein glückliches, zufriedenes leben in der Welt führen wird... Muss gerade etwas schmunzeln beim schreiben :D... Genau so sollte auch bitte die Schwangerschaft verlaufen...
Ja, sollte!!!
Die Schwangerschaft verlief schnell alles andere als schön und entspannt: Starke Wassereinlagerungen, mit einer hohen Gewichtszunahme und starke Schmerzen im Körper machten sich schnell breit und so war die Schwangerschaft alles andere als schön und sich einfach auf das Kind freuen...
Dem Keks ging es immer sehr gut aber selbst darüber konnte ich mich dann meistens nur bedingt freuen.
Irgendwann kristallisierte sich heraus, das der Keks ein ziemlicher Brocken sein wird und man machte sich Gedanken... Dabei blieb es aber dann auch von Seiten der Ärzte, obwohl der erste Diabetes Test auffällig war und erst beim dritten Messen beim großen Test ein zufriedenstellendes Ergebniss raus kam und das eine klare Schwangerschaftsdiabetes bedeutet hat! Alle Ärzte ignorierten das jedoch....
Am 31.10.2012 hatte der Keks seinen errechneten Termin und nichts tat sich! Und wenn ich sage NICHTS dann meine ich auch NICHTS! Keine Übungswehen, keine Senkwehen, einfach NICHTS!!
Am 03.11.2012 Samstag früh, entschied der diensthabende Arzt im Krankenhaus, er hole jetzt Mikosch aus mir raus, da auch der Wehentropf keinerlei Wirkung zeigte... Schließlich wolle er noch etwas von seinem Wochenende haben und er sei noch verabredet! Der Arzt nahm meiner Beleghebamme die Verantwortung ab und wir hatten keine Handhabe mehr...
Um 10.54Uhr wurde Mikosch aus mir heraus gerissen und von da an schrie das Kind!! Er schrie und schrie und schrie... Er wurde mir angelegt und schrie... er wurde mir wieder angelgt und schrie weiter.. Christian lief mit ihm Furchen in  den Flur und er schrie weiter.. Manchmal schlief er auch, aber eher selten...
Montag am frühen Abend entschied sich die Station, Mikosch auf die Kinderintensiv zu verlegen, da sie mit der Situation überfordert waren und sie Angst bekamen. Ich habe in der Schwangerschaft, als Dauermedikation, Medikamente genommen, die mit ALLEN Ärzten abgesprochen und genehmigt waren!!! Doch jetzt kam die große Panik auf, das Mikosch doch einen Schaden dadurch erlitten haben könnte..
Mir wurde sofort eine Abstilltablette rein gedrückt und wir wurden mit dem Babynotarztwagen in ein anderes Krankenhaus, auf die Frühchenstation verlegt.
Ich war 5 Stationen von ihm getrennt und er lag alleine in so einem Kasten und bekam beruhigende Medikamente damit er nicht so einen Lärm dort macht...

Da diese Zeit sehr traumatisch verlief, schreibe ich nicht weiter ausführlich darüber....

Nach 1 Woche durften wir das Krankenhaus verlassen und sie haben bei Mikosch NICHTS feststellen können!!! Er wurde als Kerngesund entlassen, als großer kräftiger Junge mit den besten Werten die ein neugeborenes Kind nur haben kann...
Eine Entschuldigung für sehr viele Vorwürfe habe ich bis heute von dort nicht erhalten..

Wir hofften nun, das das ganze Drama ein Ende hatte und wir so als glückliche kleine Familie endlich unser Leben leben durften...

Mikosch entwickelte sich rasent schnell zu einem Schreikind.. Lang und ausgiebig und ließ sich nur von mir, bei mir, auf mir beruhigen. Papi war ganz schnell abgemeldet und hatte auch keine Chance. Sobald er ihm zu nahe kam, wurde es nur noch schlimmer! Schlafen ging schnell nur bei mir, Flasche nahm er schnell nur von mir und als Arm wurde schnell nur noch meiner akzeptiert.
Duschen, fiel aus! Toilette, fiel aus! Essen, fiel aus! ...
Ich hörte viel solche Sprüche wie DA MUSS DAS BABY DURCH! LEG ES AB UND LASS ES SCHREIEN! LEG IHN IN SEIN BETT UND MACH DIE TÜR ZU! und und und... Kein Witz!! Und das von Ärzten und von Frauen, die schon Kinder haben!

Es gab viel Streit in der Familie, da ich mich gegen solche Aussagen sträubte und so mein Mini- kleines Baby nicht alleine seinem Schicksal überlassen wollte..

Wir machten uns alle schlau im Internet und stießen auf die Federschaukel von NONOMO und von da an, kam der Keks wenigstens etwas zur Ruhe, konnte mal ein paar Minuten schlafen und selbst einfach mal zur Ruhe kommen. Schnell kristallisierte sich heraus, das es sehr hilfreich war, viele gezielte Rituale einzuführen und diese STRIKT einzuhalten.. Was aber auch nur von mir möglich war, da der Keks weiterhin andere Menschen nicht akzeptierte.. LAAAAANGSAM wurde es besser, das ausgiebige, endlose Schreien wurde weniger.. Aber auch nur, wenn ich auf alles achtete...

Ich werde diese Geschichte an dieser Stelle erstmal unterbrechen, da sie sonst einfach zu lang wird und ich brauche erst einmal eine Pause...
Es wird noch viel mehr folgen...